Einleitung

In der langen Geschichte der Erforschung der Pyramiden gab es bisher keine wirklich überzeugende Theorie über die Entstehung der ägyptischen Pyramiden. Mit der hier vorliegenden Theorie möchte ich Ihnen einige Ideen zum Bau der Pyramiden vorstellen, die klar und nachvollziehbar sind. Die folgende Erläuterung der Theorie folgt einer bestechenden Logik, die die damals existierenden Möglichen der Technik denkbar einfach zu einem effizienten funktionierenden Arbeitsablauf zusammensetzt. Nicht als Wissenschaftler, sondern als Praktiker habe ich versucht die Denkmuster damaliger Baumeister nach zu vollziehen. Ich habe mich gedanklich in die Rolle eben dieser Baumeister versetzt und überlegt, wie ich mit den im Altertum zur Verfügung stehenden Mitteln den Bau einer Pyramide bewältigen würde. Initialzündung für meine Überlegungen war ein Bericht zum Bau der ägyptischen Pyramiden im Fernsehen. Die vorgestellten und wissenschaftlich erläuterten Theorien haben mich alle nicht überzeugt. Meiner Meinung nach waren jene Theorien viel zu menschenfeindlich. Auch wenn man berücksichtigt, daß ein Menschenleben in der damaligen Zeit keinen hohen Wert hatte, so waren diese langwierigen Baustellen mit gigantischen Ausmaß aus meiner Sicht mit Sklaven nicht zu bewerkstelligen. Eine so große Zahl von Sklaven hätte über Jahrzehnte mit großem Aufwand von bewaffneten Heeren bewacht und kontrolliert werden müssen. Der Unterhalt der Sklaven und eines so großen Überwachungsapparates hätten auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Pharao unverhältnismäßig hoch belastet. Es bedurfte für die Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgaben viele Arbeiter die motiviert und bereit waren eine fachlich hochwertige Arbeit abzuliefern. Um dies zu erreichen mußte man jedoch humane Arbeitsmethoden anbieten können. Der Bau einer hoch komplexen Pyramide, die Logistik der Materialbeschaffung, des Transportes der riesigen und vor allem schwergewichtigen Steinquader und die Weiterverarbeitung in großer Höhe konnten meiner Auffassung nach nur durch kompetente Fachleute erfolgen und nicht durch geknechtete und gequälte Sklaven, die nichts als den Tod vor Augen hatten. Weiter halte ich die bekannten Theorie technisch für zu aufwendig. Auch in der unterschiedlichen Fachliteratur zu diesem Thema konnte ich keine plausiblen Lösungsansätze finden. In der Literatur herrschen zwei gängige Theorien über die Entstehung der Pyramiden vor: die Rampentheorie und die Hebeltheorie. Beide gibt es in einer Vielzahl von Nuancen, auf deren Einzelheiten ich an dieser Stelle jedoch nicht eingehen möchte. Die Rampentheorie besagt, daß die Quader über Rampen geschleppt wurden, um sie zu ihrem Bestimmungsort zu bringen. Die Rampen konnten um die Pyramide herumlaufen, in der Pyramide liegen und mit dem Baufortschritt hochwachsen oder - um eine zu große Steigung zu vermeiden - sich wie eine lange Brücke an die Pyramide anlehnen. Die Hebeltheorie geht davon aus, daß die Quader über ein Netz von aufeinanderfolgenden Hebeln von Etage zu Etage transportiert wurden. Diese Hebel kann man sich wie überdimensionale Kinderschaukeln vorstellen. Es gibt aber auch Varianten, die als Seilsysteme konstruiert sind. Beiden Theorien gemein ist, daß sie den Arbeitern enorm viel Muskelkraft abverlangen würden. Die zu bewältigenden Strecken haben eine erhebliche Länge und sie sind sehr steil. Das führte zu sehr energieaufwendigen Transporten und verschlang erhebliche zeitliche Recourcen. Allein dies begründet schon berechtigte Zweifel daran, dass es mit solchen Methoden möglich war eine Pyramide in der gegebenen Zeit fertigzustellen. Zudem wären die Transporte aufgrund der Einsturzgefahr der benötigten Konstruktionen sehr gefährlich. Aus meiner Sicht wäre es auch zu damaliger Zeit unwahrscheinlich, dass sich ausreichend Arbeiter gefunden hätten um diese Arbeit zu verrichten. Die Vorstellung, das eine derart aufgebaute, hochkomplizierte Baustelle über Jahrzehnte hätte mit Sklaven betrieben zu werden müssen, die in großen Zahlen hätten geopfert werden müssen, scheint mir ebenso wenig plausibel. © by Bernd Motl